Albert Einstein in den Datenbanken ERAM und MATH


Vor fast genau 100 Jahren, am 27. September 1905, veröffentlichte Albert Einstein eine Arbeit mit der später berühmt gewordenen Formel E=mc2. Die Deutsche Physikalische Gesellschaft und das Bundesministerium für Bildung und Forschung nahmen dies zum Anlass, ein "Einsteinjahr" zu feiern. Wir möchten Ihnen hier zeigen, wie Sie die Originalarbeiten von Albert Einstein kennenlernen können oder weitere Informationen über ihn und seine Werke in den Datenbanken MATH und ERAM finden.

Die Literatur-Datenbank Zentralblatt MATH enthält einerseits Daten aus dem "Zentralblatt für Mathematik" von 1931 bis heute, andererseits Daten aus dem "Jahrbuch über die Fortschritte der Mathematik" von 1868-1942. Das Jahrbuch war die erste umfassende Referatezeitschrift auf dem Gebiet der Mathematik weltweit. Beide Quellen umfassen auch viele Arbeiten aus der Physik, insbesondere der Theoretischen Physik. Im Internet ist eine Demo-Version frei zugänglich (drei Treffer sichtbar); Abonnenten - zu denen die meisten mathematischen Fachbereiche in Deutschland gehören - haben vollen Zugriff auf alle Daten.

Das "Electronic Research Archive for Mathematics" (ERAM) oder "Jahrbuch Projekt" enthält bibliographische Angaben und Referate aus dem gedruckten "Jahrbuch über die Fortschritte der Mathematik" - ergänzt durch zusätzliche Daten. So gibt es zum Beispiel Links auf Volltexte des Digitalisierungszentrums Göttingen, dem Projekt GALLICA der "Bibliothèque nationale de France" und der "Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften". In Paris bzw. bei der Akademie in Berlin ist man dabei, alle Artikel aus den "Annalen der Physik" und den "Sitzungsberichten der Königlichen Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin" zu scannen. In diesen beiden Zeitschriften sind viele Publikationen von Einstein erschienen. Die Datenbank ERAM ist im Internet frei zugänglich unter der Adresse www.emis.de/MATH/JFM. Das "Jahrbuch-Projekt" hat kürzlich den "2005 PAM Division Award" der internationalen "Special Library Association" verliehen bekommen.

Übersicht über Einsteins Werke

Mit einer einfachen Recherche nach dem Autor "Einstein, A*" erhalten Sie in der Datenbank MATH 269 Resultate (Search), in ERAM 168 (Search). In ERAM sind es vorwiegend die bibliographischen Angaben und zeitgenössische Referate zu den Originalarbeiten. In MATH findet man ergänzend neuere Reprints mit Kommentaren und Übersetzungen in viele verschiedene Sprachen.

Einsteins "Annus Mirabilis"

Schauen wir uns den Zeitraum 1905-1906 einmal genauer an, als Einstein seine bahnbrechenden Arbeiten veröffentlichte. Die Suche nach dem Autor "Einstein, A*" und die Einschränkung auf die Publikationsjahre 1905-1906 ergeben in ERAM 7 Treffer (Search). Von den berühmten 5 Arbeiten des Jahres 1905 sind 4 vertreten. Die Referate verfassten damals Prof. Lampe, Dr. Brix und Dr. Grimm aus Berlin (Search).

Um über die Auswirkungen dieser Arbeiten zu erfahren, kann man in MATH nach den Stichworten "Einstein" und "1905" im Basic Index (BI) suchen (Search). Man findet 99 Arbeiten, die etwas mit diesem Thema zu tun haben. Es gibt Diskussionen und Erläuterungen dieser 5 Arbeiten z.B. Jeremy Bernstein: "Secrets of the old one. Einstein, 1905" (Search), aber auch die mehrfach aufgelegten englischen Übersetzungen der 5 Originalarbeiten mit Kommentaren von John Stachel: "Einstein's miraculous year. Five papers that changed the face of physics" (Search). Interessant sind auch Arbeiten, die sich fragen, inwieweit der Mathematiker Henri Poincaré mit der Entdeckung und Entwicklung der Relativitätstheorie zu tun hatte (Search).

Einflussreiche Arbeiten

Auch die Publikationen von Albert Einstein aus den Jahren 1911-1919 werden heute noch oft zitiert. In dieser Zeit entwickelte Einstein die Allgemeine Relativitätstheorie. Für sechs der Publikationen aus dem Jahr 1911 gibt es in ERAM Links zu den Volltexten, so dass man diese Arbeiten im Original am Bildschirm studieren oder ausdrucken kann (Search).

Die Weiterentwicklung von Einsteins Theorien

Die in MATH verwendete "Mathematical Subject Classification" (MSC 2000) hilft bei der Suche nach neuerer Literatur in Gebieten, deren Entwicklung Einstein angestossen hat. Beispielsweise ergeben Recherchen nach Interessieren Sie sich eher für historische Aspekte, so können Sie nach CC=01* (History) und "Einstein" im Basic Index suchen: 520 Treffer (Search). Da die älteren Jahrgänge des Jahrbuches noch nicht alle nach der MSC 2000 klassifiziert sind, empfiehlt es sich, für umfassende Recherchen auch die Schlagwörter: "Geschichte or histor* or biograph* or bibliograph* " einzubeziehen: 565 Treffer (Search). Diese Fülle von Dokumenten reicht von Artikeln über Einsteins physikalische Theorien, seine Beziehungen zu anderen Physikern (auch Briefwechsel z.B. Search)), philosophische und politische Ansichten (z.B. Search) bis zu populärwissenschaftlichen Büchern (z.B. Search) und der Biographie seiner ersten Frau Mileva (Search).


Stand 23.11.2006, Kommentare an jfm@zentralblatt-math.org